Verein zur Förderung von Strafgefangenen und Haftentlassenen

Der Riegel

"Der Riegel" ist die unabhängige Gefangenenzeitschrift der JVA Dresden. Sie ist die einzige deutsche Gefangenenzeitung mit Redakteuren von "drinnen" (Inhaftierte) und "draußen" (Haftentlassene und freie Bürger).

"Der Riegel" - Die Dresdner Gefangenenzeitung ...

In unserer Zeitung erfahren Sie alles aus dem "Knastalltag", sowohl in der JVA Dresden als auch in anderen Anstalten in Deutschland. Auch aktuelle politische Themen werden aus der Sicht der Insassen diskutiert. Fragen der aktuellen Rechtssprechung und Buchbesprechungen neuer Bücher aus der Gefangenenbibliothek gehören genauso zu den Themen wie Leserbriefe und Grüße an die Insassen.

 

Aktuelles

Am 20. April 2021 erschien das Riegel-Buch "Ein deutsches Gefängnis im 21. Jahrhundert: Redakteure der unzensierten Dresdner Gefangenenzeitung „Der Riegel“ berichten" mit den besten Beiträgen aus 20 Jahren Riegel-Redaktion im Dresdner Gefängnis. Das Buch kann beim Notschriften-Verlag ( notschriften.de bzw. info@notschriften.de) sowie in Dresdner und Radebeuler Buchhandlungen bezogen werden. Hier können Sie sich das Buchcover, einen Flyer zum Buch und das Vorwort der sächsischen Justizministerin Katja Meier anschauen.

Buchcover:

 

Flyer:

 

Vorwort der sächsischen Justizministerin Katja Meier:

Ein moderner Justizvollzug ist ein humaner Justizvollzug. Solch ein Justizvollzug öffnet sich für ein Verständnis von Resozialisierung, das Verurteilte nicht bloß als Objekte der Vollzugsgestaltung betrachtet, sondern sie ernst und in Verantwortung nimmt – und ihnen eine Stimme gibt. Solch ein Justizvollzug steht statt für eine geschlossene, für eine aufgeschlossene Gesellschaft, die sich für ihr Strafen interessiert und für alle ihre Einzelgruppen Engagement zeigt.

Das vorliegende Buch gibt aus neuer Perspektive und mit zahlreichen Beispielen den Blick frei auf dieses Verständnis eines modernen und humanen, offenen Justizvollzugs. Es versammelt persönliche Schilderungen, Alltagsreportagen und satirisch-poetische Texte, die seit 2001 in der Gefangenenzeitung Der Riegel erschienen sind. Gemeinsam von Gefangenen und ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen der Justizvollzugsanstalt Dresden gestaltet erscheinen im Riegel ungebändigte, unverstellte und auch kritische Texte. Texte von teils großer poetischer Ausdruckskraft. Sie spiegeln den Lebensrhythmus des Gefängnislebens. Sie schildern Erinnerungen an das Leben vor der Inhaftierung und sie formulieren Wünsche und Hoffnungen für die Zeit danach. Sie sprechen davon, wie sich der Verlust der Freiheit anfühlt und wie schwierig es sein kann, später mit der wiedererlangten Freiheit umzugehen.

Die zahlreichen Schilderungen von Ereignissen, die aus dem Alltag herausragen und die Gefängnismauern durchlässig machen, wie Konzertbesuche, Workshops, Ausflüge und Sportfeste, lassen nicht nur erahnen, welche Schlüsselrolle dem wichtigen Einsatz der ehrenamtlichen Helfer:innen, der Fachdienste und der Seelsorge zukommt, sondern auch, wie wichtig ein familienorientierter Vollzug ist.

Was möglich wird, wenn Gefangene und Mitarbeiter:innen gemeinsam gestalterisch wirken und wenn Kommunikation funktioniert, auch davon legt das Buch Zeugnis ab. Schlägt man es auf einer beliebigen Seite auf, erhält man einen authentischen Einblick in die realen Lebenswelten der Gefangenen und zugleich einen greifbaren Eindruck davon, wie dringlich die Anliegen einer humanen Vollzugspraxis sind. Dazu zählen nicht nur der Ausbau der Suchttherapiestationen, die Stärkung von Präventions- und Deradikalisierungsprogrammen und die Erhöhung der Beschäftigungs- und Lernangebote, sondern auch die Förderung der kriminologischen Forschung in Sachsen. Aufgabe einer humanen Vollzugpolitik ist es, diese Anliegen zu fördern und die Aufmerksamkeit der gesamten Gesellschaft auf die von ihr Bestraften zu lenken – so wie es dieses Buch in vorbildlicher Weise tut.

In einem Gedicht, das sich im letzten Kapitel des Buchs findet, denkt ein Gefangener unter der Überschrift "Warum" über sich und seine Situation nach:

     "Warum bin ich unfähig zu reden?
     Weil mir nie jemand zugehört hat ..."

Ich verstehe diesen Wunsch nicht nur nach jemandem der zuhört, sondern auch als Aufforderung und Einladung an die Gesellschaft sich zu beteiligen. Beteiligen an der Entwicklung einer Einsicht der Verurteilten in eigenes Fehlverhalten. Beteiligen auf dem Weg, dieses Verhalten zu verändern. Beteiligen an der Entwicklung einer tragfähigen Perspektive nach der Haft.

Das Buch Ein deutsches Gefängnis im 21. Jahrhundert, das Sie hier in Händen halten, ist in diesem Sinne eine Einladung zuhören und vielleicht auch zum persönlichen Engagement.

 

Katja Meier

Staatsministerin der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung im Freistaat Sachsen

 

 

Den aktuellen "Riegel" können Sie sich hier herunterladen (Klick auf das Vorschaubild):

Vorschau:

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